Zustimmung

Zum Satz von Jakob Schneider: „Wenn etwas geschehen ist, hilft nur noch die Zustimmung.“

Wenn schlimme Dinge (z.B. Unglück, Mord, Ausschluss) passiert sind, heißt diese Zustimmung nicht Gutheißen, oder Entschuldigen oder fatalistisches Hinnehmen dieser schlimmen Dinge.
Sondern diese Zustimmung löst –
und löst mich von dem Verhaftet Sein in schlimme Dinge.
Sie respektiert die Grenzen meiner Möglichkeiten.
Sie respektiert die Tatsache, dass die Wirklichkeit gleichermaßen Schönes und Schreckliches gebiert und wieder verschlingt.
Sie öffnet mich für die Möglichkeit, auf beides, das Schöne und das Schreckliche achtungsvoll, liebevoll zu blicken.
Diese Zustimmung öffnet sich mit diesem Blick dem Leiden, dem Schmerz, der Berührtheit, die dem Blick auf das Schöne und das Schreckliche entspringen, ohne daran haften zu bleiben.
Vielleicht kann ich Leiden nur vermindern, wenn ich davon als Ziel auch immer wieder loslasse?
Und damit dem, was geschehen ist, zustimme und mich dem, was geschieht, in mir, mit mir und um mich geschieht, mit Achtung zuwende.
Und mich und die anderen ermutige, so wenig Gewalt wie möglich zu verwenden.

Hans Finder